Archiv für den Monat Juni 2009

Please stand clear of the doors

Dienstag, 16. Juni 2009

webmap40

Visualisierungen sind eine tolle Sache, wenn man abstrakten Sachverhalten eine visuell erfassbare Form geben möchte.

Allen, denen das Internet als solches relativ abstrakt erscheint, die aber eine deutliche Affinität zur Eisenbahn, Subkategorie U-Bahn, haben, hilft die Schweizer Agentur information architects zürich.

Soeben ist ihre vierte Web Trend Map erschienen. Für sie ermittelte die Agentur die ihrer Meinung nach 333 einflussreichsten Internet Domains und die 111 einflussreichsten Web-Persönlichkeiten und stellte sie grafisch als Tokioter U-Bahn-Netz dar. Twitter befindet sich also folgerichtig im Amüsierviertel Shibuya und ebenso zwingend gelangt man mit der Sharing Line von „Rapid Share“ über die Stationen „craigslist“ und „versiontracker“ zur „Pirate Bay“. Dort könnte man z.B. umsteigen, um mit der „Filter Line“ zu Perez Hilton zu gelangen, falls man mal wieder ein paar wirklich fundierte Informationen abgreifen möchte.

Etwas ernsthafter betrachtet steckt hinter der Karte die Idee, dass man eine domain nach der Höhe, Breite und Lage der ihr zugeordneten U-Bahn-Station beurteilen kann. Die Höhe beschreibt den Erfolg der jeweiligen domain in bezug auf traffic, Medienecho und Gewinn. Die Breite stellt ihre Stabilität als Unternehmen dar. Die Lage auf der Karte gibt an, ob es sich um eine etablierte Seite handelt, eine der großen Knotenpunkte im Netz oder ob die Seite eher den Vororten des Internets zuzuordnen ist.

So richtig daran delektieren kann sich wahrscheinlich nur die (vermutlich in unserem Umfeld) recht schmale Schnittmenge aus internetinteressierten Tokiokennern, aber auch ohne Tokioter Ortskenntnis sind manche Zuordnungen amüsant und überraschend.

Die Karte hängt angeblich bei Microsoft (die haben sie aber anscheinend noch nicht entschlüsseln können) und Apple hat sie bestellt. Die Kommunikatisten grübeln noch, ob sie ebenfalls diese Ausgabe tätigen oder lieber 10 Mal in der Telekom-Kantine Mittag essen gehen. Alle, denen diese Zaghaftigkeit fremd ist, können sie für 49 US-Dollar zzgl. Versand hier bestellen.

Bilder, die die Welt bedeuten - Von der Wirklichkeit in der Fotografie

Donnerstag, 11. Juni 2009

15.  06. // 23.25 // 3sat

Warum faszinieren gewisse Fotografien, die ästhetisch vielleicht unvollkommen sind, während andere Bilder langweilen, die mit höchstem künstlerischen Anspruch gemacht wurden? Ist Fotografie im Zeitalter der unbegrenzten Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung überhaupt noch glaubwürdig?
Der Dokumentarfilmer Michael Hegglin begleitet die Schweizer Fotografin Iren Stehli in Prag bei ihren Fotoarbeiten über eine Roma-Familie und schaut dem Werbefotografen Ferco Dregelyvari bei der Bildbearbeitung über die Schulter. Er fährt mit dem Walliser Uhrmacher und Hobbyfotografen Arnold Zwahlen ins Wallis, wo dieser im Zweiten Weltkrieg das private Leben seiner Kompanie festgehalten hatte. Und er lässt den Fotosammler Peter Herzog in Basel die Ergebnisse seiner Recherche kommentieren. Schritt für Schritt legt der Film dar, warum Engagement und persönliche Integrität in der Fotografie zu größerer Überzeugungskraft und Glaubwürdigkeit führen als noch so ausgeklügelte digitale Technik.

Fernsehtipp

Donnerstag, 11. Juni 2009

14. 06. // 16.30 // 3sat

Neues… aus der digitalen Welt - Themen: Vernetzt für den guten Zweck u.a.

Die globale Vernetzung via Internet verbindet Menschen weltweit und ermöglicht gemeinsame Projekte. Zum Beispiel die Initiative “Linux für Afrika”, die alte und nicht mehr benötigte Rechner sammelt und auf ihnen das freie Betriebssystem Linux installiert. So aufgerüstet werden die Rechner in afrikanischen Schulen im Unterricht eingesetzt. Auch “verteiltes Rechnen” wird so möglich. Das sogenannte Grid-Computing funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Was für einen allein zu schwer ist, das können viele auf einmal ganz leicht erreichen. Riesige Datenmengen, die in der wissenschaftlichen Forschung keine Seltenheit sind, können von einem Supercomputer bearbeitet werden - oder aber häppchenweise von vielen kleinen Heim-PCs mit der entsprechenden Software.
Das 3sat-Magazin “neues” berichtet über verschiedene Aspekte des “vernetzten Rechnens” und gibt Tipps, wie sich Computernutzer daran beteiligen können.

(Man soll ja das Leben nicht immer nur über das Display vom Computer wahrnehmen - nein, auch dem besten Freund des Menschen, dem Fernseher sollte man täglich etwas Zeit widmen. Deswegen ab jetzt: thematisch passende TV Tipps von uns…)