Archiv für die Kategorie ‘Timekiller’

Der Fernsetipp: Design - Der Kugelschreiber Bic Cristal

Freitag, 25. Juni 2010

bic-crystal

4. Juli, Sonntag, 23.20 Uhr, arte

Die Reihe “Design” stellt eine Verbindung zwischen Design und der Zeit seiner Entstehung her und schildert anhand von typischen Industrieprodukten die Geschichte des Designs. Im Vordergrund stehen dabei Gegenstände, die ästhetische und technologische Neuerungen darstellten, ihre jeweilige Epoche widerspiegelten und gleichzeitig ihrer Zeit voraus waren.

Der Film stellt auf spielerische Art und Weise die Merkmale des Bic Cristal vor: seine besondere Form, die an einen gut gespitzten Bleistift erinnert, die transparente Ummantelung, durch die der Stand des Tintenvorrats jederzeit ersichtlich ist, sowie das System, über das die Tinte zugeführt wird.

Archivbilder zeigen die Anfänge der industriellen Massenproduktion. Der Bic Cristal-Kugelschreiber ist eines der ersten Wegwerfprodukte, die die Firma Bic dank einer gezielten Werbekampagne auf dem Markt durchsetzen konnte - Feuerzeuge und Rasierer sollten folgen.

Anhand der Entwicklung des Bic Cristal-Kugelschreibers zeigt der Film, wie dieses kleine Schreibgerät unseren Alltag beeinflusste, wie es ab 1965 den Füllfederhalter in Schulen ablöste, bei der Alphabetisierung in Afrika gute Dienste leistete und zum unentbehrlichen Instrument für die Unterzeichnung von Verträgen wurde.

Der Kugelschreiber hat aber auch bedeutende Künstler beeinflusst, die - wie Dubuffet - mit ihm Zeichnungen anfertigten oder ihn - wie Elisabetta Gonzo - als gestalterisches Element in Designobjekten verwendeten. In den letzten 50 Jahren ist dieser Kugelschreiber zum universellen Schreibgerät par excellence geworden.

ARTE stellt diesen Beitrag auch bis sieben Tage nach Ausstrahlung in einer “Streaming”-Fassung auf ARTE+7 bereit.

(Photo:Trounce/Wikimedia Commons)

Der Fernsehtip: Street Art - Die vergängliche Rebellion

Donnerstag, 18. März 2010

25. März, Donnerstag, 22.00 Uhr, arte

“Ich will der Welt zeigen, dass urbane Kunst mehr ist als eine Kunst der Rebellion, sondern eine Kunstform, die über Poesie und Alltag spricht und eine Reflektion unserer Gesellschaft ist.” (Blek le Rat)

Street Art ist ein Phänomen unserer Zeit und fordert zu genauerem Hinsehen auf. Als Gegenbewegung zum kommerziell dominierten Stadtbild, versucht diese Kunstform eine direkte Verbindung zum Betrachter, dem Passanten, zu schlagen. Sie gibt ihm zudem die Möglichkeit, sich mit der Gedankenwelt eines Künstlers unmittelbar auseinanderzusetzen und den eigenen Lebensraum mit gelenkten Augen neu zu entdecken.

“Reclaim the streets”, die Rückeroberung der Straße, ist neben dem künstlerischen Ausdruckswillen ein starkes Motiv vieler Street Artists. Damit ist Street Art unweigerlich auch eine politische Kunstform, da sie sich in der Regel nur illegal verwirklichen lässt und eine Spannung zwischen Werk, Umgebung und betrachtender Gesellschaft herstellt.

Die Filmemacher Anne Bürger und Benjamin Cantu haben sich auf eine Reise in die Metropolen Berlin, Paris, New York und Moskau begeben, um künstlerische Positionen einzufangen, die sich dem Blick des Passanten für gewöhnlich nur eine kurze Zeit lang bieten: Street Art ist eine vergängliche Kunstform.

Berlin ist wegen seiner Toleranz das Paradies jener Straßenkünstler, die mit Cutouts, Spraycans und Schablonen auf Wänden arbeiten wie die bekannte New Yorker Straßenkünstlerin Swoon. Ihre überlebensgroßen Objekte aus Papier sind Porträts von Menschen, die sie auf ihren Reisen kennengelernt hat, und sollen den grauen Großstadtwänden in Friedrichshain, Kreuzberg und Berlin-Mitte Leben einhauchen. Mittlerweile sind sie so beliebt, dass das eine oder andere ihrer Werke schon nach wenigen Minuten wieder verschwindet. Abgenommen von Liebhabern ihrer Kunst oder auch von Nutznießern, die die Möglichkeit eines Verkaufs an eine Galerie in Berlin-Mitte wittern.

Den Franzosen Blek le Rat kann man mittlerweile als Ikone unter den Street Art Künstlern bezeichnen. Er hat in den 80er Jahren das Pochoir (Schablonengraffiti) in die Straßen von Paris eingeführt und ist nun vor allem im Ausland ein gefeierter Künstler, der für sich eine Brücke zwischen Street Art und Fine Art schlagen konnte. Die Filmemacher begleiten ihn von Paris nach New York, wo er eine Ausstellung seiner Werke in einer der wichtigsten Galerien für zeitgenössische Urban Art vorbereitet. Er verkauft auf hohem Niveau, aber das hält ihn trotzdem nicht davon ab, auch weiterhin seine Spuren auf den Straßen zu hinterlassen.

Dass Street Art nicht immer Graffiti und Stencils sein müssen, zeigt Brad Downey mit seinen radikalen, witzigen Straßeninstallationen und -performances. Der in Berlin lebende Künstler aus Kentucky formt das Stadtbild nach seinen Vorstellungen um, und dabei sind weder Verkehrszeichen, Mülleimer, Telefonzellen oder Heldenstatuen vor ihm sicher.

Die Phantomkünstlerin Princess Hijab treibt in den nächtlichen Gängen der Pariser Metro ihr Unwesen. Mit kontinuierlicher Hartnäckigkeit greift sie Werbeflächen an, die, wie sie meint, uns angreifen. Sie wählt dafür eines der stärksten und gleichzeitig einfachsten visuellen Mittel, um auf die Provokation der Hochglanzwerbung zu antworten: Sie “hijabisiert” die Gesichter der Models auf Werbe- und Filmplakaten mit einer pechschwarzen Burka.

Der Street Art Künstler ZASD wiederum liebt es, in den modernen Neubauvierteln der Metropolen Bogen zu schießen und seine Mitbürger damit zu überraschen. Seine Pfeile, die wie Speere in die Isolierungsmasse jüngster Neubauten eindringen, bilden ungewöhnliche Objekte und hinterfragen zugleich eine rein funktional ausgerichtete Städtearchitektur.

In kaum einer anderen Stadt wird so radikal gegen Street Art vorgegangen wie in Moskau. Die meisten Werke sind schon nach ein paar Stunden von den Häuserwänden wieder verschwunden - oft übermalt von den Hausbewohnern, die das Geld für die Farbe von der Stadt bekommen. “Manchmal nimmt diese Bekämpfung so absurde Formen an, dass man meinen könnte, dass diejenigen, die Street Art bekämpfen, eigentlich künstlerisch an ihr teilnehmen wollen”, sagt der Autor und Künstler Igor P., der die kleine, aber höchst aktive Street Art Szene von Moskau vorstellt.

ARTE stellt diesen Beitrag auch bis sieben Tage nach Ausstrahlung in einer “Streaming”-Fassung auf ARTE+7 bereit.

Der Fernsehtip: Künstler hautnah auf arte

Donnerstag, 18. März 2010

Das Designerinnen-Duo Tsé & Tsé Associées , 21. März, Sonntag, 13.00 Uhr, arte

Paris inmitten eines idyllischen Hinterhofs: Hier arbeitet das Designerinnen-Duo “Tsé & Tsé” und entwirft seit 1991 alltagstaugliche Gebrauchsgegenstände mit poppigem Charme und originellen Namen. Ob Schreibwaren, Accessoires oder Küchenutensilien - es gibt fast nichts, was Catherine Lévy und Sigolène Prébois - beide Jahrgang 1964 - nicht schon gestaltet hätten.

Begegnet sind sich Catherine Lévy und Sigolène Prébois erstmals 1984 an der Hochschule für Industriedesign. Dort haben sie einige Projekte gemeinsam realisiert und ihre Zusammenarbeit nach dem Abschluss im Januar 1989 fortgesetzt. Beide waren der Ansicht, dass sich das Berufsleben zu zweit viel angenehmer meistern lasse, wobei jede ihr eigenes Spezialgebiet hat.

Mittlerweile genießen die Produkte der beiden Frauen international einen hervorragenden Ruf und sind zu einer echten Marke mit Wiedererkennungswert geworden. Darunter ihre bunten Leuchtgirlanden sowie die berühmte “Aprilvase”. Letztere besteht aus 21 Reagenzgläsern, die durch 20 kleine Scharniere aus Metall miteinander verbunden sind. Auf diese Art und Weise lassen sich die Röhrchen beliebig anordnen: als Schlängellinie, Halbkreis oder einfach als langgezogene Achse. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Nur funktional muss es sein.

Nachdenklich werden die Künstlerinnen, wenn es um die Produktionsverhältnisse geht. Denn wie so vielerorts müssen sich die traditionellen Handwerksbetriebe dem Konkurrenzdruck aus Übersee beugen und ihr Geschäft schlimmstenfalls aufgeben. Dabei setzen “Tsé & Tsé” gerade auf eine enge Zusammenarbeit mit ortsansässigen Herstellern, um das Produkt vom skizzierten Entwurf bis zu seiner Fertigstellung zu begleiten.

Please stand clear of the doors

Dienstag, 16. Juni 2009

webmap40

Visualisierungen sind eine tolle Sache, wenn man abstrakten Sachverhalten eine visuell erfassbare Form geben möchte.

Allen, denen das Internet als solches relativ abstrakt erscheint, die aber eine deutliche Affinität zur Eisenbahn, Subkategorie U-Bahn, haben, hilft die Schweizer Agentur information architects zürich.

Soeben ist ihre vierte Web Trend Map erschienen. Für sie ermittelte die Agentur die ihrer Meinung nach 333 einflussreichsten Internet Domains und die 111 einflussreichsten Web-Persönlichkeiten und stellte sie grafisch als Tokioter U-Bahn-Netz dar. Twitter befindet sich also folgerichtig im Amüsierviertel Shibuya und ebenso zwingend gelangt man mit der Sharing Line von „Rapid Share“ über die Stationen „craigslist“ und „versiontracker“ zur „Pirate Bay“. Dort könnte man z.B. umsteigen, um mit der „Filter Line“ zu Perez Hilton zu gelangen, falls man mal wieder ein paar wirklich fundierte Informationen abgreifen möchte.

Etwas ernsthafter betrachtet steckt hinter der Karte die Idee, dass man eine domain nach der Höhe, Breite und Lage der ihr zugeordneten U-Bahn-Station beurteilen kann. Die Höhe beschreibt den Erfolg der jeweiligen domain in bezug auf traffic, Medienecho und Gewinn. Die Breite stellt ihre Stabilität als Unternehmen dar. Die Lage auf der Karte gibt an, ob es sich um eine etablierte Seite handelt, eine der großen Knotenpunkte im Netz oder ob die Seite eher den Vororten des Internets zuzuordnen ist.

So richtig daran delektieren kann sich wahrscheinlich nur die (vermutlich in unserem Umfeld) recht schmale Schnittmenge aus internetinteressierten Tokiokennern, aber auch ohne Tokioter Ortskenntnis sind manche Zuordnungen amüsant und überraschend.

Die Karte hängt angeblich bei Microsoft (die haben sie aber anscheinend noch nicht entschlüsseln können) und Apple hat sie bestellt. Die Kommunikatisten grübeln noch, ob sie ebenfalls diese Ausgabe tätigen oder lieber 10 Mal in der Telekom-Kantine Mittag essen gehen. Alle, denen diese Zaghaftigkeit fremd ist, können sie für 49 US-Dollar zzgl. Versand hier bestellen.

Bilder, die die Welt bedeuten - Von der Wirklichkeit in der Fotografie

Donnerstag, 11. Juni 2009

15.  06. // 23.25 // 3sat

Warum faszinieren gewisse Fotografien, die ästhetisch vielleicht unvollkommen sind, während andere Bilder langweilen, die mit höchstem künstlerischen Anspruch gemacht wurden? Ist Fotografie im Zeitalter der unbegrenzten Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung überhaupt noch glaubwürdig?
Der Dokumentarfilmer Michael Hegglin begleitet die Schweizer Fotografin Iren Stehli in Prag bei ihren Fotoarbeiten über eine Roma-Familie und schaut dem Werbefotografen Ferco Dregelyvari bei der Bildbearbeitung über die Schulter. Er fährt mit dem Walliser Uhrmacher und Hobbyfotografen Arnold Zwahlen ins Wallis, wo dieser im Zweiten Weltkrieg das private Leben seiner Kompanie festgehalten hatte. Und er lässt den Fotosammler Peter Herzog in Basel die Ergebnisse seiner Recherche kommentieren. Schritt für Schritt legt der Film dar, warum Engagement und persönliche Integrität in der Fotografie zu größerer Überzeugungskraft und Glaubwürdigkeit führen als noch so ausgeklügelte digitale Technik.

Fernsehtipp

Donnerstag, 11. Juni 2009

14. 06. // 16.30 // 3sat

Neues… aus der digitalen Welt - Themen: Vernetzt für den guten Zweck u.a.

Die globale Vernetzung via Internet verbindet Menschen weltweit und ermöglicht gemeinsame Projekte. Zum Beispiel die Initiative “Linux für Afrika”, die alte und nicht mehr benötigte Rechner sammelt und auf ihnen das freie Betriebssystem Linux installiert. So aufgerüstet werden die Rechner in afrikanischen Schulen im Unterricht eingesetzt. Auch “verteiltes Rechnen” wird so möglich. Das sogenannte Grid-Computing funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Was für einen allein zu schwer ist, das können viele auf einmal ganz leicht erreichen. Riesige Datenmengen, die in der wissenschaftlichen Forschung keine Seltenheit sind, können von einem Supercomputer bearbeitet werden - oder aber häppchenweise von vielen kleinen Heim-PCs mit der entsprechenden Software.
Das 3sat-Magazin “neues” berichtet über verschiedene Aspekte des “vernetzten Rechnens” und gibt Tipps, wie sich Computernutzer daran beteiligen können.

(Man soll ja das Leben nicht immer nur über das Display vom Computer wahrnehmen - nein, auch dem besten Freund des Menschen, dem Fernseher sollte man täglich etwas Zeit widmen. Deswegen ab jetzt: thematisch passende TV Tipps von uns…)

Twitter, wie es wirklich ist

Mittwoch, 20. Mai 2009

Twitter erfährt gerade einen ziemlichen Hype. Seit auch dem Letzten klar ist, dass Google Twitter Feeds mag, wird auch in Unternehmen und beim Klempner um die Ecke fleißig getwittert. Wir bewegen uns da natürlich eher auf der Meta-Ebene. Im Folgenden eine kleine Zusammenstellung von Nitrozac & Snaggy Cartoons (joyoftech.com) die wichtige Punkte behandelt:

Kreatives Warten

Dienstag, 05. Mai 2009

Ein kleines Trostpflaster für alle die im bekritzelten Glaskasten vor Spreadshirt auf den 60er Bus der Leipziger Verkehrsbetriebe warten: Sowas kann durchaus auch Spass machen: Allerdings nicht in Plagwitz, sondern in der weiten, wilden Welt. StumbleUpon.com präsentiert eine Sammlung kreativ gestalteter Bushäuschen aus allen Teilen der Welt.