
(Foto: http//commons.wikimedia.org/File:Post-itbloc.jpg., Autor: txd, Titel: Office Supplies)
Nur-Text oder HTML-Mail? Eine Frage an der sich die Geister scheiden. Während unter technikaffinen Menschen diese Frage zuweilen genauso heftig diskutiert wird, wie das „richtige“ Betriebssystem, ist vielen Normalnutzern noch nicht einmal der Unterschied bewusst. Sie wollen einfach, dass Ihre E-Mails zumindest ansatzweise im Stil Ihres Corporate Designs daherkommen.
Mit der steigenden Verbreitung von MacOS erhöht sich auch der Anteil der Nutzer des bordeigenen Mailprogramms Apple Mail. So standen wir vor kurzem vor der Aufgabe, für einen Kunden eigene HTML-Vorlagen für Mail zu erstellen. So richtig gewollt ist dieses von Apple nicht, aber wie so oft gibt es zwei gut funktionierende Work-Arounds.
Variante 1 nutzt die Möglichkeit der E-Mail Signatur
Und so geht es:
- Man legt sich eine neue Signatur an und benennt sie mit einem aussagekräftigen Namen (Mail/Einstellungen/Signaturen). Diese dient erst einmal als Platzhalter. Wir kommen an später auf sie zurück.
- Eine html-Seite erstellen, die so wie die späterer Signatur aussieht. (Achtung - eingebundene Grafiken müssen absolut verlinkt werden)
- Diese Webseite wird jetzt mit Safari aufgerufen und anschließend als Webarchiv gespeichert. (Safari/Ablage/Sichern unter/Format: Webarchiv). Wir kommen auf die im Punkt 1 angelegte Signatur zurück. Sie befindet sich unter folgendem Pfad:home(Benutzerverzeichnis)/Library/Mail/Signatures und hat z.B. folgende Bezeichnung1D95C3F6-7EF4-402B-B813-F8C4FAD3831A.webarchive
Achtung! Unbedingt die richtige Signatur auswählen, man erkennt das aber z.B. am Änderungsdatum. - Mit genau diesem Namen bezeichnen wir jetzt die von uns angelegte und als Webarchive gespeicherte html-Datei. Wir verschieben sie in das oben genannte Verzeichnis und überschreiben die in Punkt 1 als Platzhalter angelegte Datei.
- Neustart von Mail. Wenn man jetzt die entsprechende Signatur aufruft, ist die html-Vorlage verfügbar. Die Vorschau der Signatur rendert übrigens keine Grafiken, also nicht davon verwirren lassen, das man in ihr keine Bilder und Logos sehen kann.
Variante 2 nutzt die Möglichkeit der E-Mail-Vorlagen
Sie stehen in Mail ab MacOS 10.5 (Mail 3.x) zur Verfügung. Diese Varainte ist etwas eleganter - steht doch eine Vorschau der Vorlage zur Verfügung. Sie birgt aber gleichzeitig einen gravierenden Nachteil: Fügt man Bilder als Anlage an, so werden sie in der E-Mail inline über dem Briefpapier platziert.
Folgende Schritte sind notwendig:
- Musterdatei kopieren. Die Vorlagen (sie haben die Form „vorlagenname.mailstationery“) von Mail sind unter folgendem Pfad erreichbar: Macintosh HD/Library/Application Support/Apple/Mail/Stationery/Apple/Contents/Resources/Stationery/Contents/Ressources
- Sich den Paketinhalt der Datei anzeigen lassen und die im folgenden beschriebenen Änderungen vornehmen. Genau genommen handelt es sich um einen Ordner mit dem Unterordner Resources. In diesem sind enthalten:
Alle benötigten Bilddateien (bg_letter.jpg, bg_patten.jpg, bottom.jpg, thumbnail.png, top.jpg)
Diese werden bei gleicher Benennung einfach durch eigene ausgetauscht
die Datei content.html
Hier ebenso verfahren und alle Änderungen vornehmen, durh die sich das eigene Briefpaier von der Apple vorlagen unterscheiden soll. Den Titel-Tag in den eigenen Vorlagen Namen ändern.
Der Ordner German.lproj
In der enthaltenen Datei DisplayName.strings ebenso den neuen Vorlagen-Namen („Display Name“ =„eigener Name“) angeben. Die Ordner für die anderen Sprachvarianten können ignoriert werden.
Die Datei Description.plist
Hier <string>applename.mailstationery</string> in <string>eigenername.mailstationery</string> ändern - Das Paket / den Ordner applename.mailstationery (z. B. Flower.mailstationery) in eigenername.mailstationery umbenennen
- Den Ordner an den unter 1. beschriebenen Ort kopieren
- Nach einem Neustart von Mail steht die neue Vorlage unter „Neue E-Mail/Vorlagen einblenden/Vorlage/Neuer Name“ zur Verfügung und kann ausgewählt werden
P.S. Wer den Titel dieses Beitrags dem richtigen Musikstück einer mittlerweile schon etwas betagten deutschen Pop-Disseuse zuordnen kann, steigt in unserer Achtung ungemein (und ist wahrscheinlich über 40)
T.K.




